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veröffentlicht am Montag, 30.07.2018

Peter Haag


Typisch schweizerisch

Unsere Verfassung zeigt ziemlich zu Beginn auf, welche Rechte und Werte wir in unserer Schweiz verfolgen müssen und dürfen. Hier davon nur wenige, aber wichtige: Die Menschenwürde, Die Rechtsgleichheit, Der Schutz von Willkür und Wahrung von Treu und Glauben, Recht auf Leben und Persönliche Freiheit, Schutz der Kinder und Jugendlichen, Recht auf Hilfe in Notlagen, Recht auf Ehe und Familien, Glaubens- und Gewissensfreiheit, etc.

Diese Aufzählung ist nicht abschliessend, aber zeigt auf, dass wir es unseren Vorfahren verdanken dürfen, mit unserem unmittelbaren Umfeld verglichen, in einer ruhigen, sicheren und friedlichen Schweiz leben zu können. Dies dank unserer trägen aber lösungsorientierten Politik, aber eben gerade auch dank unserer gut überlegten Verfassung und deren Werten.

Herr und Frau Schweizer ist ja vielfach unzufrieden. Unzufrieden mit der Politik und dessen System auf allen Stufen.  Aber auch unzufrieden mit dem Chef, unzufrieden mit dem Steuersystem, unzufrieden mit der Zuwanderung, unzufrieden mit Entscheiden im Verein, unzufrieden mit den kleinsten Vorkommnissen, als ob wir keine Probleme auf unserer, teilweise furchtbaren Welt hätten.  

Warum ist das so? Warum suchen wir immer das Schlechte im Andern? Halten wir uns doch einmal selbst den Spiegel vors Gesicht:

Wer hat sich schon einmal darüber aufgeregt, dass in der Nachbarschaft beide Elternteile arbeiten gehen, ohne dass man wusste, warum?

Wer hat sich schon darüber genervt, dass ein Anlass nicht gut organisiert war, ohne selbst daran mitgeholfen zu haben?

Wer hat sich schon darüber genervt, dass sich Asylsuchende in den Einkaufsläden bewegten, ohne zu wissen, was sie besorgen wollen? Wer hat gedacht, dass diese etwas entwenden wollen?

Wer hat sich schon über ältere Autofahrer am Steuer aufgeregt, ohne zu wissen, wie lange man selber fahren wird?

Wer hat sich schon über Menschen mit anderer Hautfarbe gestört, ohne zu wissen, ob sie hier aufgewachen sind, besser schweizerdeutsch reden als viele Schweizer, oder adoptiert sind und dadurch für unserer Volkswirtschaft gleich viel bedeuten wie einer mit schweizer Wurzeln?

Dies einige Beispiele, welche vielleicht meine Frage der Unzufriedenheit vieler Schweizer beantworten. Geht es uns nicht einfach zu gut und sollten wir dies vermehrt schätzen lernen?

Das direkte Gespräch, der Spiegel vor dem eigenen Gesicht, aber auch die Bewegung in der Gesellschaft mit wertvollen Begegnungen lösen vielleicht viele Probleme und bringen Antworten auf meine Frage. Nicht immer die gleiche Meinung bringt Erfolg, aber der anständige Ton.

Versuchen wir doch mit mehr Akzeptanz gegenüber dem Andern aber auch anderer Meinungen wieder näher zusammenzurücken und lassen wir den Nationalstolz nicht nur an sportlichen Anlässen aufkommen, sondern immer.

Warum sind wir nicht stolz auf Doppelbürger wie Shaqiri, Bencic, Vonlanthen, Wawrinka, Hingis, Lopar, Federer, etc?  Oder warum sind wir nur stolz auf sie, wenn sie erfolgreich sind? Ich weiss es nicht. Schön wäre es anders und der Zusammenhalt wäre besser. Aber wahrscheinlich ist das typisch schweizerisch.

Ich wünsche Ihnen trotz fehlendem Feuerwerk einen tollen 1. August und Besinnung auf unsere tolle Schweiz mit ihren Wurzeln.

Peter Haag

Kantonsrat SVP

 

 


Gedanken zum 1. August (Montag, 30.07.2018)

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