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veröffentlicht am Donnerstag, 04.02.2016 07.00 Uhr

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Am Zivilschutz-Rapport in Uzwil wurde auch über die ungewisse Zukunft der Zivilschutzorganisation gesprochen


Josef Bischof


Beim Ausblick musste Peter Haag, der Kommandant der Zivilschutzorganisation Uze, einige Fragen offen lassen. Aufs abgelaufenen Jahr 2015 aber blickte er mit Stolz und Dankbarkeit zurück. Seine Organisation hat gute Arbeit geleistet und sich mehr als nur für den vorgeschriebenen Aufgabenkreis eingesetzt. Die Bewährungsprobe hat sie unter anderem beim Unwetter vom 14. Juni im Raum Wil-Bronschhofen, aber auch beim Einsatz zugunsten der Flüchtlinge in Uzwil bestanden.
Die Zivilschutzorganisation Uze umfasst gut 160 Angehörige aus den drei Gemeinden Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren. 120 fanden sich zum Jahresrapport im Feuerwehrsaal in Niederuzwil ein. Peter Haag richtete an sie nicht nur einen herzlichen Willkomm, sondern lobte sie für ihr diszipliniertes Auftreten und ihren grossen und unverzichtbaren Einsatz zugunsten der Allgemeinheit.


Wie wichtig den Behörden ein einsatzbereiter Zivilschutz ist, bewiesen die Gemeindepräsidenten aus allen drei Gemeinden mit ihrer Anwesenheit.


Sirenen haben Test bestanden
Just am Tag des Rapports, am 3. Februar, fanden in der ganzen Schweiz die jährlichen Sirenentests statt. Diese Tests dienten der Überprüfung der technischen Funktionsbereitschaft der Sirenen.


Im Gebiet der Zivilschutzorganisation Uze gibt es 11 Sirenen. Peter Haag bestätigte, dass beim Test alle einwandfrei funktioniert haben. Im Laufe der letzten Jahre sind die alten «Pilzsirenen» durch neue elektronische Anlagen ersetzt worden.


805 Manntage im Einsatz
Peter Haag listete die 2015 geleisteten Einsätze nach Manntagen auf. Während früher die Sinnhaftigkeit von Zivilschutzeinsätzen manchmal in Zweifel gezogen wurde, konnte Peter Haag Einsätze von grosser Bedeutung dokumentieren. Mit der grössten Zahl von 216 Manntagen stehen Einsätze zur Neophytenbekämpfung zu Buch, gefolgt von Asyleinsätzen mit 145 Manntagen und die Mitarbeit am CSIO St. Gallen mit 98 Manntagen.


Nach Schutzraumkontrollen und Anlagewartungen mit je über 40 Manntagen figuriert der Noteinsatz in Bronschhofen mit 32 Manntagen in der Zusammenstellung.


Den guten Stand wahren
Auch wenn die zukünftige Organisation des Zivilschutzes momentan noch in der Schwebe ist, will Peter Haag mit der ZSO Uze zielstrebig weiterarbeiten und den Ausbildungsstand und die Einsatzbereitschaft hochhalten. Einige Führungspositionen sind deshalb neu besetzt worden. Bei den Anschaffungen wird Zurückhaltung geübt, damit bei einer eventuellen Zusammenlegung keine Doppelanschaffungen gemacht worden sind.


Er wolle, wenn es zu einem Zusammenschluss komme, die ZSO dem neuen Kommandanten in gutem Zustand übergeben. Und sein Credo formulierte Peter Haag wörtlich: «Ein effizienter, glaubwürdiger und einsatzerprobter Zivilschutz mit guter Ausrüstung ist mir auch für die Zukunft ein grosses Anliegen. Insbesondere darum, weil vermehrt mit Unwettern und Asylströmen zu rechnen ist».


Reduktion von 20 auf 8 Regionen
Das kantonale Ziel, beim Zivilschutz 2,2 Millionen Franken jährlich einzusparen, soll mit einer Reduktion von 4600 auf rund 3600 Angehörige und von 20 auf 8 Zivilschutzregionen erreicht werden. Momentan ist die ganze Reorganisation noch in der parlamentarischen Beratung. Sie kann frühestens auf 2018 oder 2019 umgesetzt werden.


Falls sie gemäss dem jetzt vorliegenden Konzept umgesetzt wird, verliert die ZSO Uze ihre Selbständigkeit und wird mit dem Stützpunkt Wil zusammengeschlossen.


Selbstverständliche Nachbarschaftshilfe
Mit einem kurzen Film blendete Peter Haag auf den 14. Juni 2015 zurück. Ungewöhnliche Niederschläge führten bei der Autobahnausfahrt Wil und auf Bronschhofer Gemeindegebiet zu Überschwemmungen. Um 22 Uhr sei bei ihm ein Alarm eingegangen, erinnerte sich Kommandant Peter Haag.


Auch ohne Verpflichtung sei er eine Stunde später mit 20 Mann auf den Schadenplätzen im Einsatz gestanden. Dafür wand Peter Haag seinen Kameraden ein spezielles Kränzchen.

 

Weitere Bilder zum Anlass finden Sie hier.
 


Steht UZE vor einer Fusion mit Wil? (Donnerstag, 04.02.2016 07.00 Uhr)

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