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veröffentlicht am Montag, 16.11.2015 08.00 Uhr

St. Galler Tagblatt


Die SVP Kreis Wil feiert ihr zwanzigjähriges Bestehen mit viel Politprominenz. Erst von der Konkurrenz belächelt, hat sie sich zur wählerstärksten Partei entwickelt, die in allen Gemeinden des Wahlkreises Wil vertreten ist. Sie steigt mit einer vollen 18er-Liste in die Kantonsratswahlen vom 28. Februar 2016.

PHILIPP STUTZ

ZUCKENRIET. «Wo en Willy isch, isch au en Weg.» Der Freiheitssong der SVP, aufgelegt von DJ Patrizio, begrüsste die Delegierten der Partei aus dem Wahlkreis Wil. Sie besetzten den «Adler»-Saal bis auf den letzten Platz. Die Stimmung war nach den für die Partei erfolgreich verlaufenen Nationalratswahlen ausgelassen. Und selbstbewusst macht sich die SVP daran, auch die Regierungs- und Kantonsratswahlen vom kommenden Frühjahr erfolgreich zu gestalten.

1995 gegründet

Kreisparteipräsident Bruno Dudli erinnerte daran, dass sich die SVP zur wählerstärksten und staatstragenden Partei entwickelt hat, die Exekutivverantwortung mitträgt. Die damalige Bezirkspartei war im September 1995 aus der Taufe gehoben worden. «Dies erfolgte aufgrund der bevorstehenden Kantonsratswahlen», erinnerte sich Gründungspräsident Hans Keller. Sei es doch schwierig, ohne Basis politisch Fuss zu fassen. Die Ziele bestanden in gesunden Staatsfinanzen ohne Steuererhöhung. Die Partei wandte sich schon damals gegen einen EU-Beitritt, forderte eine unternehmerische Landwirtschaft und wandte sich gegen Asylmissbrauch.

Zuerst von CVP belächelt

«Damals wurde uns von der <heiligen CVP> prophezeit, wir würden im Raum Wil niemals Fuss fassen», erinnerte sich Hans Uhlmann, von 1988 bis 1996 Präsident der SVP Schweiz. «Wir verfügten anfangs über einen Wähleranteil von lediglich 10 Prozent», sagte der 82jährige ehemalige National- und Ständerat, der noch heute hinter den Kulissen für seine Partei tätig ist: «Wir mussten also Wähleranteile dazugewinnen.» Hans Uhlmann hat an die 85 Gründungen von Orts- und Bezirksparteien miterlebt. «Es ist wichtig, an der Basis geradlinige politische Arbeit zu leisten», sagte er. Seine Partei habe sich schon damals gegen den Asylmissbrauch gewandt. Heute befänden sich die Wähleranteile «auf beinahe beängstigender Höhe». Es müsse alles daran gesetzt werden, dieses Niveau zu halten.

«Wir sind berechenbar»

Toni Brunner, Präsident der SVP Schweiz, erinnerte sich an einen Anlass mit Christoph Blocher, der in der zum Bersten gefüllten Tonhalle in Wil aufgetreten war. Der Toggenburger Landwirt war 1995 als Listenfüller in den Nationalrat gewählt worden. Und hat massgebenden Anteil am Erfolg seiner Partei. «Es braucht Leute, die sich exponieren», betonte Brunner, der sich von den eben gewesenen Von-Wattenwyl-Gesprächen enttäuscht zeigte. Der Zustrom an Asylsuchenden nehme stark zu, doch werde dieses Problem von der zuständigen Bundesrätin nicht erkannt. Brunner erinnerte auch an die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative und an die bevorstehenden Bundesratswahlen.

Die Chancen stünden gut, dass die SVP endlich einen zweiten Bundesratssitz erobern könne. «Wir sind berechenbar», sagte der Parteipräsident, «und erzählen nach den Wahlen nichts anderes als vorher.»

17 Kandidierende – unter ihnen eine einzige Frau – hatten sich auf der Liste der SVP des Wahlkreises Wil für die Kantonsratswahlen befunden. Im letzten Moment kamen noch zwei weitere Anwärter hinzu. Die Delegierten hatten damit die Qual der Wahl. Und gaben Pascal Frommenwiler aus Niederbüren den Vorzug gegenüber dem Wiler Theodor Prümm.


SVP zieht gestärkt in Kantonsratswahlkampf (Montag, 16.11.2015 08.00 Uhr)

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