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veröffentlicht am Dienstag, 21.07.2015

St. Galler Tagblatt


Der Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) wird daran festhalten, künftig einen Teil der Gebührenkehrichtsäcke aus dem Ausland zu beziehen. Daran ändert auch die Einfache Anfrage von SVP-Kantonsrat Peter Haag nichts.

Produktion und Distribution

Es handelt sich um die 35-Liter-Säcke, die künftig von der Firma FO Security in Egg (Importsäcke aus Deutschland) bezogen werden. Das ist die grosse Masse. Die 60- und 110-Liter-Säcke werden weiterhin von der Firma Top Pac aus Schwarzenbach geliefert. ZAB-Geschäftsführer Claudio Bianculli versteht das Anliegen des SVP-Politikers, nach Möglichkeit Schweizer Ware zu beziehen. «Doch es geht bei diesem Geschäft nicht nur um die Säcke an sich», sagt Bianculli. «Es geht um die gesamte Distribution.»

Der ZAB habe einen Anbieter gesucht, der die 35-Liter-Säcke direkt an die gewünschten Verkaufsstellen liefere. Die Firma FO Security habe sich um den Auftrag beworben. «Im Rahmen der Präqualifikation sind wir zum Schluss gekommen, dass dieses Unternehmen qualifiziert ist und somit nicht ausgeschlossen wird», sagt Bianculli. Nach der eigentlichen Ausschreibung sei die Wahl für Sackproduktion und Distribution schliesslich auf FO Security gefallen.

Heimisches Schaffen schützen

In seiner Einfachen Anfrage wollte Haag von der Regierung wissen, ob sie seine Ansicht teile, dass gerade Gemeindeverbände, die für ihre einheimischen Unternehmen einstehen müssen, diese auch vermehrt unterstützen sollten. Auch wollte er wissen, wie die Regierung dazu steht, die Kehrichtsäcke trotz hohen jährlichen Gewinns bei einer deutschen Firma zu bestellen. Haags abschliessende Frage lautete: «Teilt die Regierung die Auffassung, dass sich ein allfällig günstigerer Einkaufspreis der Säcke auch auf die Preise beim Endverbraucher auswirken soll?»

Wettbewerb muss spielen

In ihrer Antwort schreibt die Regierung, sie teile zwar die Auffassung, dass einheimische Unternehmen bei der Vergabe von Aufträgen nach Möglichkeit mitberücksichtigt werden sollten. Dabei seien aber die Bestimmungen des öffentlichen Beschaffungswesens einzuhalten. Auch müsse der Wettbewerb spielen. Ein solcher sei für die Entwicklung der Volkswirtschaft von hoher Bedeutung. Insbesondere fördere er die Innovationskraft der Unternehmen.

Keine Preisreduktion möglich

«Der Kostenanteil der Kehrichtsäcke ist im Verhältnis zu den gesamten Aufwendungen der Kehrichtverbrennungsanlage Bazenheid gering», schreibt die Regierung. Gemäss einer Berechnung des ZAB bewirkt die neue Vergabe jährliche Einsparungen von 66 000 Franken beziehungsweise eine Kostenreduktion von gerade mal durchschnittlich zwei Rappen. Das bestätigt ZAB-Geschäftsführer Claudio Bianculli. «Der ZAB benötigt pro Jahr etwa 3,3 Millionen 35-Liter-Säcke. Eine Preissenkung um zwei Rappen pro Sack macht keinen Sinn.»


Kehrichtsäcke aus dem Ausland (Dienstag, 21.07.2015)

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